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Thrombosegefahr lauert in künstlichen Herzklappen

Bad Bertrich. Thrombosen werden häufig unterschätzt, obwohl sie lebens­bedrohliche Lungen­embolien verursachen können, an deren Folgen in Deutschland  jährlich rund 100.000 Menschen sterben. Schweizer Forscher haben jetzt herausgefunden, dass in künstlichen Herzklappen eine turbulente Blutströmung entsteht, die zu Thrombosen führen kann*.

Thrombose bedeutet, es bildet sich ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß. Unklar war bislang, warum mechanische Herzklappen die Thromboseentstehung viel stärker fördern als andere Klappentypen, zum Beispiel biologische Herzklappen aus tierischem Gewebe. Mit aufwändigen Simulationen auf Supercomputern belegte das Forscherteam, dass die Form der Ventilflügel zu starker Turbulenz im Blutstrom führt. Die Forscher fanden eine technische Lösung und erreichten durch ein leicht geändertes Design der Herzklappe einen turbulenzfreien Blutstrom.

Patienten mit Krampfadern haben ein deutlich erhöhtes Thromboserisiko. Erste Beschwerden zeigen sich häufig in Form einer Schwellung des Beines, Schmerzen oder Spannungsgefühl in der Wade. „Deshalb raten wir allen Betroffenen zur frühzeitigen Venentherapie bei einem Venenspezialisten (Phlebologen). Damit könnten vielen Patienten ernsthafte Folgen erspart bleiben“, sagt Dr. Michael Wagner, Präsident der Deutschen Venen-Liga e.V. (DVL), einer der größten Patientenvereinigungen in Deutschland. Die Venenthrombose ist nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste zum Tode führende Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Obwohl Thrombosen heute gut behandelbar sind, gilt: Je früher behandelt wird, desto einfacher die Therapie. Grundsätzlich gilt auch hier die 3-S, 3-L-Regel, die besagt: Sitzen und Stehen ist schlecht, lieber Laufen und Liegen. Wer beruflich lange stehen oder sitzen muss, kann seine Venen mit Kompressionsstrümpfen entlasten, sie gibt es in vielen modischen Farben und atmungsaktiven Materialien.

Auch Freizeitaktivitäten wie Walken, Schwimmen, Fahrradfahren oder Spazierengehen regen die Beinmuskulatur an. Die dadurch ausgelöste Pumpwirkung unterstützt die Blutzirkulation. Treppensteigen statt Fahrstuhl fahren oder zehn Minuten täglich mehrmals mit den Füßen auf und ab wippen und viel trinken (Wasser/Tee) helfen, das Thromboserisiko zu minimieren. 

Information zur Vorbeugung von Thrombosen und Adressen von Venenärzten gibt es bei der Deutschen Venen-Liga e.V. unter der gebührenfreien Venen-Hotline Tel. 0800 4443335 oder per E-Mail: info@venenliga.de.

*Phys Rev Fluids 2019

 
   
 
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